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Unsere Kinder bewegen sich zu wenig, und was Fußball dagegen tun kann

Unsere Kinder bewegen sich zu wenig, und was Fußball dagegen tun kann

Wenn ich beim Training in die Gesichter der Kinder schaue, sehe ich echte Freude an der Bewegung. Rennen, grätschen, jubeln, hinfallen, wieder aufstehen. Genau so soll Kindheit sein. Und trotzdem lässt mich seit einer Weile ein Gedanke nicht los. Für viele Kinder ist diese eine Stunde bei mir auf dem Platz die einzige richtige Bewegung in der ganzen Woche.

Ich habe mir deshalb die Zahlen angeschaut, und die sind deutlicher, als mir lieb ist. Ich will sie hier teilen, nicht um Angst zu machen, sondern weil ich glaube, dass wir als Trainer, Eltern und Vereine hier eine echte Aufgabe haben.

Was die Zahlen sagen

Das Robert Koch-Institut hat in seiner großen Studie zur Kindergesundheit gemessen, wie viele Kinder die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation erreichen. Die lautet, mindestens eine Stunde Bewegung am Tag. Das Ergebnis: Nur 26 Prozent schaffen das. Also gerade mal ein Viertel.

Noch bitterer wird es, wenn man aufs Alter schaut. Bei den Kleinen zwischen drei und sechs erreicht knapp die Hälfte die Stunde. Bei den Jugendlichen zwischen vierzehn und siebzehn sind es nur noch zwölf Prozent. Also gerade mal jeder Achte. Genau in dem Alter, in dem so viele dem Verein den Rücken kehren, verschwindet die Bewegung fast komplett aus dem Alltag.

Wohin die Zeit stattdessen fließt

Man muss nicht lange suchen, wohin die Stunden gehen. Die JIM-Studie, die jedes Jahr das Medienverhalten von Jugendlichen misst, kommt für 2025 auf rund vier Stunden Smartphone am Tag. Vier Stunden. Und selbst bei den Zwölf- und Dreizehnjährigen sind es schon fast drei.

Stell dir diesen Kontrast einmal nebeneinander vor. Vier Stunden am Handy, aber nur zwölf von hundert Jugendlichen kommen überhaupt auf eine Stunde Bewegung. Das ist kein Vorwurf an die Kinder, die Geräte sind so gebaut, dass sie fesseln. Aber es ist ein Weckruf für uns Erwachsene.

Warum das mehr ist als ein bisschen Sport

Bewegung ist in diesem Alter kein Luxus, sondern die Grundlage für fast alles. Für einen gesunden Körper, für die Konzentration in der Schule, für den Schlaf, für das Selbstvertrauen. Ein Kind, das sich viel bewegt, lernt seinen Körper kennen und traut sich mehr zu. Das nimmt es ein Leben lang mit.

Und Bewegung ist auch das Fundament für alles, was danach kommt. Wer sich als Kind kaum bewegt, dem fehlt später die Basis, egal ob für Leistungssport oder einfach für ein aktives Leben. Genau deshalb ärgert mich der Rückgang bei den Jugendlichen so.

Was der Fußball hier leisten kann

Und jetzt kommt der Teil, der mir Hoffnung macht. Fußball ist niedrigschwellig wie kaum eine andere Sportart. Ein Ball, ein paar Kinder, ein Stück Wiese, mehr braucht es nicht. Es gibt keinen besseren Türöffner, um Kinder wieder in Bewegung zu bringen.

Genau darum geht es mir bei meiner Arbeit. In den Camps von Valerosa soll jedes Kind so viel wie möglich am Ball sein, weil Bewegung, die Spaß macht, die einzige ist, die bleibt. Über die neuen Spielformen im Kinderfußball, die genau dafür sorgen, habe ich in meinem Beitrag zur Kinderfußball-Reform geschrieben. Und weil der klassische Verein einen großen Teil der Kinder eben nicht mehr erreicht, arbeite ich mit der Pulse Series an einem Weg, genau die zurückzuholen, die sonst nur auf dem Sofa sitzen.

Was du zuhause tun kannst

Du brauchst dafür keinen Trainerschein. Bewegung fängt im Kleinen an. Geh mit deinem Kind raus, auch wenn es nur der Bolzplatz um die Ecke ist. Mach die Bewegung zur Gewohnheit, nicht zur Pflichtübung. Und sei selbst das Vorbild, denn ein Kind, das die Eltern in Bewegung sieht, macht es nach.

Und wenn dein Kind einen Sport gefunden hat, der ihm Freude macht, dann halt daran fest. Nicht weil ein Profi daraus werden muss, sondern weil es die beste Versicherung für ein gesundes Leben ist, die du deinem Kind mitgeben kannst.

Fazit

Nur ein Viertel unserer Kinder bewegt sich genug, und bei den Jugendlichen ist es fast keiner mehr. Das ist eine unbequeme Zahl, aber sie ist kein Schicksal. Jede Stunde auf dem Platz zählt, jeder Gang nach draußen zählt. Der Fußball kann hier viel bewegen, im wahrsten Sinne, weil er Kinder aus einem einfachen Grund packt. Er macht Spaß.

Wenn du im Verein oder mit Kindern arbeitest und Ideen suchst, wie ihr mehr Kinder in Bewegung bringt, dann schreib mir. Ich tausche mich gerne dazu aus. Mehr über meine Arbeit findest du auf der Startseite.

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